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Bundespräsident a.D. Joachim Gauck

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Portrait von Joachim Gauck

©Jesco Denzel/Steffen Kugler

Bundespräsident a.D. Joachim Gauck

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Joachim Gauck wird am 24. Januar 1940 in Rostock geboren. Nach dem Abitur studiert er Theologie. Von 1965 bis 1990 steht er im Dienst der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs und arbeitet viele Jahre als Pastor - die längste Zeit in Rostock, wo er zeitweilig auch Jugendpastor und Leiter der Kirchentagsarbeit war.

Schon als Jugendlicher tritt Joachim Gauck in Opposition zur Diktatur in der DDR. Er ist 1989 Mitinitiator des kirchlichen und öffentlichen Widerstands gegen die SED-Diktatur. Er leitet wöchentliche "Friedensgebete", aus denen die Protestdemonstrationen gegen das SED-Regime hervorgehen. Joachim Gauck ist Mitbegründer des Neuen Forums und wird in Rostock dessen Sprecher. 

Im März 1990 zieht er als Abgeordneter von Bündnis 90 in die zum ersten Mal frei gewählte Volkskammer ein. Joachim Gauck wird zum Vorsitzenden des Parlamentarischen Sonderausschusses zur Kontrolle der Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit gewählt. Seit dem 3. Oktober 1990 ist er Sonder- beziehungsweise Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR. Seine zweite Amtszeit endet im Jahr 2000.

Von 2001 bis 2004 ist Joachim Gauck deutsches Mitglied des Verwaltungsrates der Europäischen Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in Wien.

2003 bis 2012 ist er als Nachfolger von Hans-Jochen Vogel und Hans Koschnick Bundesvorsitzender der Vereinigung "Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V."

Als 2010 die Bundesversammlung Christian Wulff zum neuen Bundespräsidenten wählt, ist er der Kandidat von SPD und Bündnis 90/Die Grünen.

Am 18. März 2012 wählt die Bundesversammlung Joachim Gauck zum elften Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland. Seine Amtszeit endet am 18. März 2017.

Seit 2017 ist er Ehrenvorsitzender der Vereinigung "Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V."

Für sein Wirken wurde Joachim Gauck mit zahlreichen Ehrungen und Preisen ausgezeichnet, darunter der Geschwister-Scholl-Preis, der Ludwig-Börne-Preis, der Ewald-von-Kleist-Preis, der Preis für Verständigung und Toleranz, der Open Society Prize, der Internationale Preis der Friedrich-August-von-Hayek-Stiftung, der Reinhard-Mohn-Preis sowie der Ján Langoš-Preis (Bratislava) und der Gilel-Storch-Preis (Stockholm). Er ist unter anderem Ehrendoktor der Universitäten Augsburg, Jena, KielMünster, Rostock, der Hebrew University of Jerusalem, der National University of Ireland/Galway, der Maastricht University, der Universität Łódź sowie der Université Paris-Sorbonne. Im Jahr 2018 hat er die Gastprofessur der Heinrich-Heine-Universität sowie die Mercator Professur der Universität Duisburg-Essen übernommen. Er ist Ehrenbürger von Berlin und seiner Heimatstadt Rostock.

Joachim Gauck lebt seit 2000 mit Daniela Schadt zusammen. Er hat vier Kinder, zwölf Enkel- und acht Urenkelkinder.

Publikationen

  • Winter im Sommer – Frühling im Herbst: Erinnerungen; München, 2009
  • Freiheit: Ein Plädoyer, München; 2012
  • Nicht den Ängsten folgen, den Mut wählen: Denkstationen eines Bürgers; München, 2013
  • Toleranz: einfach schwer (in Zusammenarbeit mit Helga Hirsch); Freiburg im Breisgau, 2019

 

Weitere Publikationen, Reden, Interviews und Termine aus der Amtszeit von Bundespräsident Joachim Gauck (2012 bis 2017) finden Sie auf der Seite des Bundespräsidialamtes.